PQE-Anwendung mit Menschen mit HIV


Weitere Praxisbeispiele

  1. Name und Land der Organisation

    Deutsche AIDS-Hilfe e.V., Berlin, Germany

  2. Externe Unterstützung

    keine

  3. Projekt/Programm

    „AH Plus“ ist eine Selbsthilfegruppe für HIV-Positive Arbeitnehmer und Vorstandsmitglieder örtlicher, regionaler und nationaler Aidshilfeorganisationen (ASOs). Zweimal pro Jahr finden Gruppentreffen statt. Diese Treffen wurden eingerichtet als eine Möglichkeit, sich über die eigenen Erfahrungen mit der HIV-Infektion auszutauschen und über die „positive“ Rolle innerhalb des Kollegenkreises oder als Arbeitnehmer zu sprechen. Das eigene Verhalten als HIV-positive Person in einer ASO und die Zuschreibungen anderer Menschen an sich selbst können diskutiert werden. Ein Schwerpunkt liegt auf der Dynamik und den Mechanismen der Zusammenarbeit zwischen HIV-negativen und HIV-positiven Mitarbeitern von Aidshilfeorganisationen. Welche Rivalitäten und Spannungsbereiche sind vorhanden? Welche Möglichkeiten einer Zusammenarbeit bestehen? Selbst die Tatsache, dass die tägliche Arbeit sich ständig um die eigene Krankheit dreht, kann ein Thema sein. Darüber hinaus werden die aktuellen Hauptarbeitsbereiche der Aidshilfeorganisation aus der Perspektive HIV-positiver Mitarbeiter und Vorstandsmitglieder diskutiert. Die Treffen können als Raum zur Repräsentation und Selbstorganisierung genutzt werden.

  4. Ziele der Anwendung

    1) Definition der Ziele der Gruppe für 2015
    2) Planung des ersten Treffens im Jahr 2015
  5. Angewendetes Instrument bzw. Methode

    PQD: SMART-Ziele und ZiWi-Methoden. Als Erstes fand ein Brainstorming zu den Zielen statt, die 2015 erreicht werden sollen. Das Ergebnis war eine gute Mischung aus Zielen und Interventionen. Nach der Trennung der beiden Kategorien wurden die beiden wichtigsten Ziele priorisiert: 
    1) Eine Auswertung der Projekte von Gruppenmitgliedern, bei denen bereits partizipatorisch gearbeitet wird 
    2) Die partizipatorische Umsetzung eines Projekts
  6. Ergebnisse der Anwendung

    Erstes Ziel
    Mithilfe der SMART-Ziele entschied die Gruppe, dass ein einfacher Fragebogen
    erstellt werden musste. Weitere Teilnehmer werden gefragt werden:
    • ob es bei ihrer Arbeit Möglichkeiten einer Zielgruppenpartizipation gibt
    • auf welchem Partizipationslevel ihr Projekt derzeit läuft
    • ob es für die Zielgruppe transparent ist, dass es eine Partizipation gibt
    Die Ergebnisse dieser Befragung werden die Grundlage für das erste Treffen 2015 bilden. Aus diesem Grund muss der Fragebogen im Vorfeld, als eine Art vorbereitende „Hausaufgabe“ ausgefüllt werden.
    Zweites Ziel
    Da das zweite Ziel die Anforderung „spezifisch“ nicht erfüllte, musste es in zwei Unterziele aufgeteilt werden:
    2a) Während des ersten Treffens im Jahr 2015 PQD mehr ins Bewusstsein der Teilnehmerinnen und Teilnehmer rücken und ihr Wissen über PQD vermehren. Zu diesem Zweck kann ein Einführungsworkshop angeboten werden.
    2b) Die Teilnehmer beim ersten Treffen erstellen neue Projekte oder verbessern vorhandene Projekte durch die Anwendung von PQD. Einige werden sich damit einverstanden erklären müssen, als Projektleiterinnen und Projektleiter zu fungieren. Sie werden von zwei weiteren Teilnehmern aktiv bei der Umsetzung unterstützt. Diese Projekte werden im Rahmen des zweiten Treffens im Jahr 2015 präsentiert und diskutiert. 
    Anschließend verwendete die Gruppe die ZiWi-Methode, um die erforderlichen Schritte zu planen.
  7. Empfehlungen

    Es ist wichtig, sich kleinere und realistischere Ziele zu setzen, um mögliche Probleme zu vermeiden. Es muss genug Zeit für die Anwendung der SMART-Ziele und der ZiWi-Methoden eingeplant werden. Je detaillierter und präziser die verwendeten Tools sind, desto einfacher und zeiteffizienter wird die Umsetzung des Projekts. Das wichtigste Feedback aus dem Teilnehmerkreis war: +++[Carolin: Auch hier wäre es schön, das deutsche Original anstelle einer Rückübersetzung zu haben. Zur Not ginge auch indirekte Rede.]+++„Das Schöne am Einsatz dieser Tools ist, dass es keine unbekannten Konzepte sind. Wenn man darüber nachdenkt, wie man die Arbeit bisher erledigt hat, realisiert man, dass man es immer auf diese (richtige) Weise getan hat. Aber es wird einfacher, wenn man den guten Strukturen und einfachen Regeln folgt, die PQD bietet. Die Anwendung dieser simplen Formeln macht es einem viel einfacher. Es ist gar keine zusätzliche Arbeit! Man muss nur bei der Arbeit an den eigenen Projekten diese einfachen Rezepte anwenden. Das ist unglaublich praktisch!“


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