PQE-Anwendung mit Migrant_innen aus Subsahara-Afrika


Weitere Praxisbeispiele

  1. Name und Land der Organisation

    Vereinigtes Königreich - Leeds
    BHA for Equality in health and social care
  2. Externe Unterstützung

    Leeds Kirkgate Markthändler und lokale Ladenbetreibende
    Allgemeinärzt_innen
    Zentrum für Asyl und Geflüchtete
    Community-basierte Apotheke 
    Von der kongolesischen Community organisiertes Fussballturnier
    Freiwillige von BHA im Bereich HIV-Prävention und community HIV-Testung 
  3. Projekt/Programm

    Das BHA HIV-Präventions- und Community-Testprojekt bietet Serviceleistungen, die sich an Subsahara afrikanische Einwohner_innen von Leeds richten. Zum Angebot zählen Informationen und Beratung für Einzelpersonen und für Gruppen, offensive und distanzierte Outreach-Interventionen, Kondomverteilung, Materialien zu HIV-Präventionskampagnen (wie Plakate und Flyer) und dezentrale HIV-Tests ohne Terminvergabe und direkt in den Räumlichkeiten der Zielcommunity, wie Flüchtlingszentren, religiöse Zentren, Geschäfte und auf kulturellen und Unterhaltungsveranstaltungen. Die Daten, auf denen das Projekt basiert, stammen aus Forschungsprojekten auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene, wie zum Beispiel Studien von Public Health England, Leeds Public Health usw. zu den Bedürfnissen von Afrikanern bezüglich der HIV-Prävention – einer der Schlüsselgruppen, die das größte Risiko in puncto HIV-Infektion und -Übertragung haben. Der im November 2014 von Public Health England veröffentlichte Bericht „HIV in the UK“ beispielsweise zeigte, dass die HIV-Prävalenzrate unter Heterosexuellen aus Subsahara-Afrika im Alter von 15-59 Jahren 56 pro 1000 beträgt (41 pro 1000 bei Männern und 71 pro 1000 bei Frauen). Fast zwei von fünf (38 %) Männern aus Subsahara-Afrika und eine von drei (31 %) Frauen aus Subsahara-Afrika, die mit HIV leben, wussten nicht, dass sie infiziert sind; 2013 waren geschätzte 38.700 Menschen aus Subsahara-Afrika HIV-positiv, und diese Gruppe bildet zwei Drittel (65 %, 38.700) aller heterosexuellen Menschen mit HIV (diagnostizierte Männer aus Subsahara-Afrika = 8400, nicht diagnostiziert = 5300; diagnostizierte Frauen aus Subsahara-Afrika = 17.200,  nicht diagnostiziert = 7900).

  4. Ziele der Anwendung

    Das Ziel bei der Anwendung des Tools war zu ermitteln, welche Bereiche des Projekts nach Ansicht des Teams und der Freiwilligen verbessert werden sollten und welche Aktion ergriffen werden sollte, um vermehrt dezentrale HIV-Testmöglichkeiten für Menschen aus Subsahara-Afrika, die in Leeds leben, bereitzustellen und diese zu verbessern, zum Beispiel während der National HIV Testing Week. Die Kapitel, die sich auf diese Fallstudie beziehen, und die Anwendungsziele sind: Zusammenarbeit, Partizipation, Planung und Umsetzung. Als Ziele,
    die erreicht werden sollen, wurden identifiziert:
    1. Vermehrte Zusammenarbeit mit Interessengruppen bei der Planung und Bereitstellung von dezentralen HIV-Testmöglichkeiten (Point of Care-Testing)
    2. Vermehrte Partizipation der Projekt-Zielgruppe (Endbenutzer), um zu gewährleisten, dass der angebotene Service für ihre Bedürfnisse geeignet ist
    3. Vermehrtes Sammeln und Nutzen von lokalem Wissen bei der Planung und Durchführung zielgruppenorientierter dezentraler HIV-Tests in neuen Umgebungen
  5. Angewendetes Instrument bzw. Methode

    Im Rahmen der regelmäßigen Treffen zur Besprechung des Projekts hatten das Team und die Freiwilligen bereits begonnen, aus der Erfahrung heraus Projektbereiche zu ermitteln, die verbessert werden könnten; insbesondere solche, die mit der Erweiterung des Einflussbereichs der Interessengruppen, der Partizipation der Nutzerinnen und Nutzer des Projekts und der effektiven Nutzung lokalen Wissens zusammenhängen. Daher wurden die Tools, um eine strukturierte Methode anzuwenden, als Teil einer ausgewählten Anzahl anwendbarer Aspekte des Fragebogens „Succeed“ und des PDQ angewandt.
    Die Schritte und Maßnahmen für „Succeed“ beinhalteten die Ermittlung einer Auswahl anwendbarer Aspekte des Fragebogens, die zur Selbstbewertung des Projektteams und der Freiwilligen dienen sollten. Damit sollte ein Überblick darüber gewonnen werden, ob die Projektziele immer noch verstanden werden und ob das Team über die Fähigkeit verfügt, sie zu erreichen. Zu den verwendeten Abschnitten gehörte „Structure of the Project“ (Struktur des Projekts); dieser Abschnitt beschäftigt sich mit den Zielen, den Zielgruppen und der Methode, die derzeit im Projekt angewandt wird, um sie zu erreichen. Ein weiterer verwendeter Abschnitt war „The Project Process“ (Projekt-Prozess). Dieser beschäftigt sich mit der Partizipation der wichtigsten Interessengruppen, vorhandenen und zukünftigen Netzwerken/Schlüsselorganisationen und der Feststellung, ob die Botschaften des Projekts die Zielgruppen erreicht. Nach Abschluss dieses Schritts diskutierten Team und Freiwillige ihre Antworten und ermittelten die wichtigsten Bereiche, die es zu verbessern galt: Zusammenarbeit, Partizipation und eine vermehrte Nutzung von lokalem Wissen bei allen Projektaktivitäten. Die Schritte und Maßnahmen für die partizipative Qualitätsentwicklung (PQD) beinhalteten zwei Schulungstermine für das Team zur Anwendung von PQD, um die ermittelten Bedürfnisse zu erfüllen. Bei der Schulung ermittelte das Team, dass die Methoden „SMART-Kriterien“, „Kreise der Entscheidung“ und „Open Space“ am besten zur Verbesserung der Qualität geeignet sind und somit angewendet werden sollten.

Weitere Praxisbeispiele