Bedarfserhebung bei MSM und Jugendlichen


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  1. Autor/innen

    Peter Thürer
    Michael Wright
    Jutta Rosch
    Hans Probst

  2. Wissenschaftliche Begleitung

    Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB); Forschungsgruppe Public Health, Berlin www.wzb.eu

  3. Präventionsmaßnahme, die qualitätsgesichert wurde

    Aufsuchende HIV-Prävention bei Jugendlichen und MSM

  4. Zielsetzung der Qualitätssicherung

    Es wurde überprüft, wie der Präventionsbedarf bei Jugendlichen und MSM am besten festgestellt wird. Bestehende Datenquellen und Datenerhebungsverfahren wurden nach ihrer Aussagekraft und Handhabbarkeit untersucht. Die wichtigsten Datenquellen wurden für jede Zielgruppe zusammengestellt und nach deren Wichtigkeit für die Präventionsarbeit geordnet.

  5. Worin bestand der Nutzen der Qualitätssicherung?

    Es wurde zwar festgestellt, dass die bisher berücksichtigten Datenquellen ausreichend sind, um den Bedarf der Zielgruppen zu bestimmen. Die Nützlichkeit der projekteigenen Erhebung war jedoch bis dato dadurch beschränkt, dass es keine Möglichkeit gab, die Daten elektronisch zu bearbeiten. Im Rahmen der Beratung wurde ein kostenloses Softwarepaket und verschiedene Alternativen für die Ergänzung der Projektkapazitäten identifiziert, um die Datenbearbeitung leisten zu können.

    Die Qualitätssicherung hat Nutzen gebracht für

    • die eigene professionelle Entwicklung
    • die praktische Präventionsarbeit
  6. Methodisches Vorgehen

    Die bisherige Bedarfserhebung wurde nach den folgenden Schritten überprüft und verbessert:
    1. Definition der Zielgruppen
    2. Analyse der aktuellen Bedarfserhebungsstrategie
    3. Erarbeitung von Verbesserungsmöglichkeiten für die künftige Bedarfserhebung

    Welche Methode(n) dieser Plattform wurden angewandt?

    • Erfassung von Anfragen und Anliegen der Zielgruppe
  7. Ergebnisse der Qualitätssicherung

    Ein zentrales Problem liegt in der zeitaufwändigen Auswertung vorhandener Daten, die im Rahmen von Kontakten zur Zielgruppe erhoben werden. Durch Anwendung eines frei verfügbaren, leicht zu bedienenden Softwarepakets (z.B. Statistiklabor) sowie durch die Gewinnung von Ehrenamtlichen für die Eingabe und Verarbeitung von Daten soll dieses Problem behoben werden. Durch die Zusammenarbeit wurden die impliziten, bereits laufenden Bedarfserhebungsprozesse explizit gemacht und deren Anwendung systematisiert. Dadurch kam die Bestätigung, dass die bisher berücksichtigen Datenquellen die Richtigen sind. Zur Zeit der Beratung bestand kein Bedarf nach einer weiteren Formalisierung des Bedarfserhebungsverfahrens.

  8. Erfahrungen und Tipps

    Evaluation bedeutet allgemein die Beschreibung, Analyse und Bewertung von Projekten, Prozessen und Organisationseinheiten auch innerhalb der Sozialen Arbeit. Damit ist sie auf ein breiteres Spektrum an Methoden angewiesen, um zeitgerecht hilfreiche Informationen bereit zu stellen. Das Hauptproblem, aus unserer Sicht, stellt sich in der Motivation dar, Ressourcen für eine sinnstiftende, der Analyse bzw. Adaption der eigenen Tätigkeit dienliche Evaluierung bereit zu stellen. Hierbei sollte die wissenschaftliche Begleitung, Methoden einschließlich Computerprogramme anbieten, die gemeinsam an die Bedingungen vor Ort (Ressourcen, Zielgruppen etc.) angepasst bzw. installiert werden, die allen Beteiligten (haupt- u. ehrenamtliche Mitarbeiter/innen, Zielgruppe, Zuwendungsgeber etc.) Feedback ermöglichen (beispielsweise zur Qualität der Präventionstätigkeit).


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