Partizipative Qualitätsentwicklung der Vor-Ort-Arbeit für MSM


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  1. Erfahrungen und Tipps

    Die ZiWi-Methode, die zur Entwicklung eingesetzt wurde, war zwar aufwendig, wird aber von uns für ihre Übersichtlichkeit und Strukturiertheit geschätzt. Der Einsatz der Methode im Ehrenamtler-Team hat sich als zu komplex erwiesen.

  2. Autor/innen

    Rolf de Witt
    Manfred Bohse
    Martina Block

  3. Wissenschaftliche Begleitung

    Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB); Forschungsgruppe Public Health, Berlin www.wzb.eu

  4. Präventionsmaßnahme, die qualitätsgesichert wurde

    Entwicklung eines Qualitätssicherungssystems für die Primärprävention. Die Präventionsmaßnahmen, für die dieses exemplarisch durchgeführt wurde, sind Kneipenbesuche und Aktionen auf Sexpartys (Vor-Ort-Arbeit). Hierzu gibt es auf der Seite von manCheck einen Vortrag zum Nachlesen. Vortrag Qualitätssicherung: http://issuu.com/mancheck/docs/www.mancheck.eu

  5. Zielsetzung der Qualitätssicherung

    Die Qualitätssicherung hatte drei Ziele:

    1. Bedarfserhebung bei den Zielgruppen (Erfassen von Anfragen und Anliegen zur Wichtigkeit von Themen im Bereich HIV/AIDS und STD und Männergesundheit)

    2. Evaluation der Akzeptanz der Vor-Ort-Aktionen

    3. Klärung des Weiterbildungs- und Gesprächsbedarfs der Ehrenamtler, die die Vor-Ort-Arbeit leisten.

  6. Worin bestand der Nutzen der Qualitätssicherung?

    Es gab sowohl einen Prozess- als auch einen Ergebnisnutzen. Prozessnutzen: Mit der ZiWi-Methode wurde ein Instrument kennen gelernt, die eigenen Ziele zu formulieren und zu präzisieren. Die Methode kann auch in der Zukunft eingesetzt werden und der Weiterentwicklung der Arbeit dienen. Ergebnisnutzen: Der Einsatz einer Blitzbefragung als Evaluationsinstrument hat mC gezeigt, ob die Vor-Ort-Arbeit akzeptiert ist, d.h. ob wir von der Zielgruppe überhaupt wahrgenommen werden, in Kontakt kommen und wie viele Gespräche geführt werden. Wir erhalten ein Bild darüber, welche Themen die Zielgruppe interessieren und ob wir ggf. andere Themen in der personalkommunikativen Prävention berücksichtigen müssen. Weiterhin erfahren wir, wo die EA Weiterbildungsbedarf haben und wie sie die Maßnahmen einschätzen. Hieraus können notwendige Veränderungen abgeleitet werden.

    Die Qualitätssicherung hat Nutzen gebracht für

    • die Außendarstellung der Maßnahme
    • die eigene professionelle Entwicklung
    • die Einrichtung (politischer Nutzen)
    • die praktische Präventionsarbeit
    • die Zusammenarbeit im Team
    • die Zusammenarbeit mit der Zielgruppe
  7. Methodisches Vorgehen

    Im Rahmen der Beratung wurden mit Hilfe der Methode zur Entwicklung von lokalen Zielen und Wirkungswegen (ZiWi-Methode) die Präventionsziele für das Jahr 2007 entwickelt. Dabei wurde die Lokale Theorie von mC diskutiert; die Leitgedanken und Grundsätze der Arbeit wurden geklärt. In einem Fachtag wurde erarbeitet, wie wir als Team von mC unsere Prävention verstehen. Hieraus wurde eine Blitzbefragung entwickelt, die mehrere Funktionen beinhaltete: Erstens die Ermittlung der Fragen und Themen, die die Zielgruppe bewegen, zum Zweiten die Evaluation der Akzeptanz der Vor-Ort-Aktionen und drittens die Klärung des Weiterbildungs- und Gesprächsbedarfs der Mitarbeiter, die die Vor-Ort-Arbeit leisten.

  8. Ergebnisse der Qualitätssicherung

    Die entwickelte Blitzbefragung lässt sich schnell durchführen und relativ leicht auswerten. Sie wird im Anschluss an die Vor-Ort-Arbeit ausgefüllt, wenn die Mitarbeiter und EAs erschöpft sind und ist dementsprechend nicht zu umfangreich. Wir haben sie über mehrere Monate erhoben und ausgewertet und werden dies regelmäßig wiederholen. Die Ergebnisse der Blitzbefragung geben Anhaltspunkte für die Verbesserung der Vor-Ort-Aktionen in Hinblick auf die zielgruppenspezifischen Themen, die nötige Expertise der Ehrenamtler und die Aktion im Hinblick auf die Akzeptanz durch die Zielgruppe. Die Themen der Vor-Ort-Aktionen können zukünftig stärker zielgruppenspezifisch ausgerichtet werden. Gleichzeitig wird erfasst, welche Aktionen an welchen Orten passend sind. Neben der Erfahrung der Mitarbeiter ist dies ein wichtiges Steuerungsinstrument, um zielgruppenspezifisch arbeiten zu können. Die so genannte "Evaluationsschleife", d.h. regelmäßige Erhebung und Auswertung der Blitzbefragung über einen längeren Zeitraum, wird zukünftig durchgeführt werden. Damit kann die Qualität der Primärprävention nachhaltig gesichert bzw. verbessert werden.


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