PQE-Anwendung mit schwulen und anderen Männern, die Sex mit Männern haben


Weitere Praxisbeispiele

  1. Name und Land der Organisation

    ARAS - The Romanian Association Against AIDS

  2. Autor_in der Fallstudie und Kontaktinformationen

    Monica Dan - ARAS Abteilung Monitoring und Evaluation

  3. Externe Unterstützung

    Mitglieder der schwulen Communities, die aktuell oder ehemals in der HIV-Prävention aktiv sind/waren, waren als Moderatoren beteiligt

  4. Projekt/Programm

    Die Auswertung konzentrierte sich auf ein an MSM gerichtetes Projekt. Ziel des Projekts ist die Bereitstellung von AIDS-Prävention (einschließlich HIV-Beratung vor und nach dem Test) und Dienste zu sexuellen Gesundheit für MSM in Bukarest. Die HIV-Prävalenz unter MSM in Rumänien erhöhte sich in den vergangenen fünf Jahren, und wenig wurde unternommen, um ihren Zugang zu AIDS-Präventions- und anderen medizinischen und psychologischen Diensten zu verbessern.
     
    Zwei Kategorien von Interventionen/Diensten wurden innerhalb des Gesamtprojekts geplant (Teil zweier unterschiedlicher Interventionen):
    - Organisation und Bereitstellung geeigneter Gesundheitsdienste (einschließlich sexuelle Gesundheit) für MSM innerhalb des ARAS Health Center (Dermato- und Venerologie, Allgemeinmedizin, Infektionskrankheiten, psychologische Beratung und Therapie, Psychiatrie, Kinetotherapie, Physiotherapie) 
    - Beitrag zu den und Verbesserung der für Schwule relevanten HIV-Test- und Beratungsverfahren, die von anderen öffentlichen und privaten Orten mit HIV-Tests in Bukarest angeboten werden. Die Intervention sollte eine Bewertung der Bereitstellung von HIV-Test- und -Beratungsdiensten im Hinblick auf deren Eignung für MSM beinhalten, und eine Schulung und Materialien für die Spezialisten, die in HIV-Test- und Beratungsdiensten an MSM-relevanten Aspekten der Beratung vor/nach einem HIV-Test arbeiten
  5. Ziele der Anwendung

    Mithilfe der Fokusgruppen sollten Meinungen von MSM zu folgenden Aspekten eingeholt werden:
    - ihr Zugang zu medizinischen und psychologischen Diensten und ihre Bedürfnisse und Wünsche in Verbindung mit diesen Diensten
    - ihre Erfahrungen mit HIV-Tests und -Beratung an öffentlichen und privaten Testorten, um eine formative Intervention zu planen, die an die Mitarbeiter an den Servicepunkten gerichtet ist
    - die angemessensten und wirksamsten Methoden, Dienste innerhalb der MSM-Community bekannt zu machen
    Anhand der gewonnenen Erkenntnisse sollte die Bereitstellung der AIDS-Präventionsdienste (einschließlich Beratung vor und nach dem Test und Gesundheitsdienste) an die Bedürfnisse von MSM angepasst werden.
  6. Angewendetes Instrument bzw. Methode

    PQD: Fokusgruppe
    In der ARAS Health Clinic wurden vier Fokusgruppen organisiert, moderiert von Mitgliedern der MSM-Community, die zuvor an Aktivitäten zur Gesundheitsförderung innerhalb der MSM-Community beteiligt waren.
    Die Teilnehmer waren Mitglieder der MSM-Community, die an Aktivitäten zur AIDS-Prävention beteiligt waren oder sie nutzten, sowie Personen, die direkt in der Peergruppe oder über MSM-spezifische Social Media  angeworben wurden.
    Der Fokusgruppen-Guide beinhaltete:
    - welche Arten von Diensten für MSM von Interesse sind, und Details der Bereitstellung (Organisation, Programm, Mitarbeiterschulung):
    - HIV-Tests und Beratung vor/nach dem Test
    - Gesundheitsdienste, die für die MSM-Community von Interesse sind (Dermatovenerologie, Ernährung/Diabetes, Zahn-Mund-Kieferheilkunde)
    - Unterstützungsgruppen, Psychotherapie und Beratung – Themen von Interesse (z. B. Coming-Out) und Methoden (Paartherapie)
    - Bekanntmachung der Dienste und Kampagnen
    - kostenlose Dienste, bezahlte Dienste und Werbepakete
    - Zusammenarbeit mit anderen Diensten bei der Bereitstellung und Empfehlungen
  7. Ergebnisse der Anwendung

    Die Fokusgruppen ermöglichten es der Organisation, die Bedürfnisse von MSM in Bezug auf den Zugang zu medizinischen und psychologischen Diensten, einschließlich Beratung vor und nach dem HIV-Test, zu verstehen.
    Die Teilnehmer beschrieben eine ganze Reihe von Meinungen und Erfahrungen mit medizinischen Diensten. Einige offenbarten, dass Ärztinnen und Ärzte nicht gewohnt sind, die gesamte Bandbreite der Risiken zu berücksichtigen, die für MSM relevant sein könnten, und die Diagnose sowie die Behandlung unter Umständen nicht zielgerichtet ist. Auch die Kommunikation mit Ärztinnen und Ärzten wird oft durch Vorurteile beeinträchtigt, was ein offenes Gespräch verunmöglicht. Die Teilnehmer offenbarten auch, dass die Werbung für HIV-Tests und -Beratung als Druck empfunden werden kann und gaben spezifische Empfehlungen zu den Beratungsverfahren ab (HIV-Beratung sowie Beratung zu anderen medizinischen Fachbereichen). Allgemein herrschte die Ansicht, dass HIV-Tests interessanter wären, wenn sie im Rahmen eines breiteren, auf MSM zugeschnittenen Serviceangebots angeboten würden. Einige Themen von Interesse wurden für Gruppentherapiesitzungen, Paartherapie und die Bekanntmachung von Serviceangeboten für die MSM-Community vorgeschlagen.
  8. Empfehlungen

    Mediziner müssen geschult werden, damit sie all die verschiedenen Aspekte, die für MSM relevant sind (Risiken, Symptomatologie usw.) berücksichtigen und ihre Patienten richtig diagnostizieren und behandeln können. Die Schulung sollte auch Kommunikationsthemen umfassen, damit ein offeneres Gespräch zwischen Arzt/Ärztin und Patient möglich wird. AIDS-Prävention und HIV-Tests und -Beratung müssen innerhalb eines breiter angelegten Serviceangebots angeboten werden (verschiedene medizinische Fachgebiete, Einzel- und Gruppenpsychotherapie), da die ständige Werbung für isolierte HIV-Tests und -Beratung nur mehr als langweilig wahrgenommen wurden. Bei der Bekanntmachung der Dienste sollten Kommunikationsaspekte berücksichtigt werden (mit Schwerpunkt auf die von den Teilnehmern eingebrachten Themen), sowie organisatorische Aspekte, wie zum Beispiel die Bereitstellung von Gutscheinen und Werbepaketen der Dienste.


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